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Drawings with the Magic-Board (since 2003)
Images:

The Magic Board - and 40 drawings (from more than 80 works)
Das Magic Board - eine Spur
Das Funktionsprinzip des Magic Boards ist sehr einfach: Durch das Drehen
von zwei Knöpfen wird ein Stift orthogonal bewegt, der in einer magnetischen
Pulverschicht eine Spur hinterlässt. Die Haltbarkeit dieser Zeichnungen
ist nur kurz. Durch das Umdrehen und Schütteln des Zeichenbretts
wird das Bild wieder gelöscht. Zum größten Teil jedenfalls.
Das vergängliche Bild wird an dem Ort, wo es entstand, digital festgehalten
und als Piezo Pigment Print auf Papier fixiert. Der Ort der Aufnahme hinterlässt
dazu wiederum seine eigene Spur, durch Spiegelungen auf der Oberfläche
des Boards.
Mit dem Magic Board kann die gezeichnete Linie nie abgesetzt werden. Selbst
wenn sie gelöscht ist, kann man noch rudimentäre Reste der vorhergehenden
Zeichnung entdecken. Die alten Linien fließen mit den Bildern aus
dem Jetzt ineinander. Mit dem Magic Board, einem Spielzeug aus den 70-ern,
verbinden sich Kindheitserinnerungen. Anders aber als bei einer Bleistiftzeichnung
bleibt die Stärke der Linie immer gleich. Manche der Zeichnungen
erinnern deshalb an Drahtgittermodelle, wie wir sie aus 3D Computer Konstruktionen
kennen. Was vorne und was hinten ist, ergibt sich aus der eigenen Vorstellungskraft.
Der Prozess wie man mit dem Magic Board zeichnet, erinnert an das surrealistische
Konzept vom automatischen Schreiben. Der Vorgang die linke und die rechte
Hand genau zu koordinieren, spricht aber dagegen, weil Kontrolle maßgeblich
ist. Der Vorgang scheint eher etwas mit der geschickten Bedienung eines
primitiven Computerspiels zu tun zu haben.
Das vergängliche Prinzip des Magic Boards erinnert
an Freuds Wunderblock, das ein Kohl/Wachs Papier ist:
In der 1925 veröffentlichten "Notiz über den Wunderblock"
erläutert Sigmund Freud sehr eindrucksvoll seine Vorstellung von
den Systemen Bewußt, Vorbewußt und Wahrnehmungsbe wußtsein.
Freud schreibt über den seelischen Apparat, "er ist in unbegrenzter
Weise aufnahmefähig für immer neue Wahrnehmungen und schafft
doch dauerhafte - wenn auch nicht unveränderliche - Erinnerungsspuren
von ihnen. Schon in der "Traumdeutung" vermutet Freud, daß
diese ungewöhnliche Fähigkeit auf die Leistung zweier verschiedener
Systeme aufzuteilen sei. "Wir besäßen ein System Wahrneh
mungsbewußtsein, welches die Wahrnehmung aufnimmt, aber keine Dauerspur
von ihnen bewahrt, so daß es sich gegen jede neue Wahrnehmung wie
ein unbeschriebenes Blatt verhalten kann. Die Dauerspuren der aufgenommenen
Erregungen kämen in dahintergelegenen "Er innerungssystemen"
zustande. In "Jenseits des Lustprinzips" fügt er hinzu,
"das unerklärliche Phänomen des Bewußtseins entstehe
im Wahrnehmungssystem an Stelle der Dauerspuren..."
Da jede Zeichnung zu einer Spur wird. bilden die Zeichnungen mit dem Magic
Board auch die Grundlage für eine Vielzahl anderer Projekte.
Stephan Doesinger
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