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Kunst und Olympia
Saloniki Soccer Club Art Project von Stephan Doesinger
Sie stehen für eine geruhsamere Lebensart, die
jedes Jahr unzählige
Touristen anzieht: Die streunenden Hunde Griechenlands.
Sie prägen die griechische Landschaft, so wie es
die heiligen Kühe in Indien tun.
Anlässlich der Sommer Olympiade 2004 geht es den
Tieren nun an den Kragen.
Laut Medienberichten(*) und Beobachtungen zahlreicher
Tierschutz
Organisationen wurden bereits tausende Tiere auf oft grausamste Weise
getötet.
Der Grund, wieso die Streuner gerade anlässlich
der Olympischen Spiele verschwinden sollen, ist offensichtlich: Wenn
das Augenmerk der Weltöffentlichkeit auf Griechenland gerichtet
ist, will das Land ein sauberes Image repräsentieren.
In seinem neuesten Projekt "Saloniki Soccer Club
Art Project" macht der österreichische Künstler Stephan
Doesinger (35), der in München lebt,
diese Hunde zu Haupt-Akteuren: Im Zentrum Thessalonikis, wo die olympischen
Fußball Spiele stattfinden, stellt er aus 15 Hunden ein eigenes
Team zusammen.
Er greift auf die kulturgeschichtliche Tradition des Dekorierens von
Tieren zurück und verziert die Hunde mit Farben und Trikot Nummern,
wie man sie von Stars wie Beckham, Ronaldo und anderen kennt. Über
die gesamte Dauer der Spiele werden die "Soccer Dogs" unübersehbar
sein, sofern sie nicht auch auf dubiose Weise "verschwinden".
Während in Thessalonikis Stadion Fußball
Spieler aus aller Welt um Tore kämpfen, machen die Hunde auf der
Straße das, was sie immer schon tun: Nichts.
Mit diesem Projekt will er nicht nur die Hunde retten
und das Stadtbild verändern. Für ihn geht es um den Kampf
der Bilder: Wie passen brutal getötete Kreaturen zum sauberen Image
eines modernen Landes?
Deshalb lädt er griechische Künstler dazu
ein, diese Hunde über die Dauer der Olympiade zu dokumentieren.
Deren Arbeiten sollen im Anschluß ausgestellt und in einem Buch
veröffentlicht werden.
Mehr informationen unter:
info@stephandoesinger.com
* Quelle: Western Daily Press - Tuesday, 20. April by
Roger Tavener